Zu vermeiden ist alles, was zu einem Gesichtsverlust des taiwanesischen Partners führen könnte – vermeiden Sie es, Ihr Gegenüber vor anderen zu kritisieren. Beschwerden und Beanstandungen sollten immer höflich, sachlich über Dritte, oder humorvoll eingebracht werden.
Drängen Sie den Verhandlungspartner nicht in die Ecke – bei ausweglosen Situationen bringt Druck sie nicht weiter und führt nur zu Unwilligkeit. Gut Ding braucht Weile. Eine gute Geschäftsbeziehung wächst langsam. Taiwaner schätzen menschlichen Kontakt über alles.
Knausrigkeit wird sehr negativ empfunden. Obwohl die Taiwaner beinharte Geschäftsverhandlungen führen, wird beim Dinner zur Feier des Vertragsabschlusses auf keinen Fall gespart. Ebensolche Freigebigkeit erwartet man vom Geschäftspartner. Ihr taiwanesischer Partner wird Sie vor Ort ausgiebig bewirten und auch nach 17 Uhr für Ihr leibliches Wohl sorgen – dieselbe überschwengliche Betreuung wird auch bei einem Gegenbesuch erwartet.
Für Geschäftsreisende empfiehlt es sich, eine große Anzahl von Visitenkarten mitzunehmen. Großer Wert wird auf Pünktlichkeit gelegt. Bei Terminabsagen sollte man unbedingt ein Entschuldigungsschreiben nachschicken.
Man sollte sich insgesamt ganz natürlich verhalten: Die österreichische Geselligkeit kommt gut an. Steife Umgangsformen und umständliche Floskeln, wie man sie vielleicht aus Japan oder Korea kennt, sind in Taiwan fehl am Platz.