Für Geschäftstermine ist pünktliches Erscheinen und korrekte Kleidung (Straßenanzug) zu empfehlen. Allerdings hat die Kleidungsetikette in mittleren Unternehmensbereichen vielfach einer legeren Erscheinungsform Platz gemacht.
Auf Kritik an den Niederlanden und an den Verhältnissen in diesem Land wird empfindlich reagiert. Der Kritisierende setzt sich leicht dem Verdacht der Intoleranz aus. Dagegen halten sich Niederländer, die aufgrund der durch den Calvinismus geprägten Denkweise meist überzeugt sind, Recht zu haben, mit Kritik keineswegs zurück. Sie verleihen überhaupt ihrer Meinung ungezwungen Ausdruck. Diese offene und direkte Art droht manchmal die Grenzen der Höflichkeit zu überschreiten.
Bei Verhandlungen kann man schnell zum Kern der Sache kommen, da der nüchterne niederländische Geschäftsmann wenig Wert auf lange einleitende Floskeln legt und einen sachlichen und zielstrebigen Dialog, wenn auch in entspannter Atmosphäre, bevorzugt. Andere als geschäftliche Themen (Tagepolitik, Sport, insbesondere Fußball etc.) ebenso wie Anekdoten (trotz aller Nüchternheit verfügt der Niederländer über einen ausgeprägten Sinn für Humor) können ohne weiteres zur Auflockerung in das Gespräch eingeflochten werden.
Geschenke sind kaum üblich, Hauseinladungen eher ungewöhnlich. Falls sie jedoch stattfinden, sollten Blumen für die Hausfrau mitgenommen werden. Bei Erhalt eines Geschenkes sollte dieses unmittelbar in Anwesenheit des Schenkenden geöffnet werden. Der Businesslunch besteht oft nur in Form eines Brötchens und eines Getränks.
Deutschkenntnisse sind im Allgemeinen im Abnehmen und wegen des historisch bedingten nicht ungetrübten Verhältnisses zu Deutschland ist im Zweifelsfall Englisch als Verständigungssprache zu wählen. Einige Wörter und Höflichkeitsfloskeln auf Niederländisch können sehr hilfreich sein.