Einer ungemein großen Freundlichkeit, Offenheit und Großzügigkeit der Menschen stehen religiös bedingte Beschränkungen und Zwänge des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens gegenüber.
Europäer sollten versuchen, die konservativen Bekleidungsregeln weitgehend zu beachten. Für westliche Frauen sind die islamischen Bekleidungsregeln, wenn auch in abgeschwächter Form, ebenfalls gültig. Sie haben also ein Kopftuch zu tragen und ihre Oberkleidung muss den Körper vollständig bedecken. Sehr häufig sieht man Frauen in Hosen und einem die Hüften verdeckenden Mantel oder einer entsprechend langen Jacke. Bei Männern ist die Krawatte seit der Revolution unter Iranern verpönt, bei ausländischen Geschäftsleuten wird sie aber (auch bei privaten Einladungen, bei denen auch Iraner häufig eine tragen) mehr oder minder erwartet.
Das Händeschütteln zwischen Mann und Frau ist in der Öffentlichkeit nicht gestattet. Herzliche Begrüßungsformen unter Frauen wie auch unter Männern, durch Körperkontakt ausgedrückt, sind allerdings durchaus üblich und sollten nicht abgewehrt werden. Hinsichtlich des Verhaltens gegenüber Frauen ist zu sagen, dass Handlungen vermieden werden sollten, die den Stellenwert der Frau stärker betonen als es die islamischen Gesetze und die Alltagsregeln zulassen. Dies bezieht sich jedoch ausschließlich auf das öffentliche Leben. Innerhalb der Familie und im privaten Freundeskreis genießt die Frau großes Ansehen und ist keineswegs unterdrückt.
Stets kosten die Geschäftsgespräche enorm viel Zeit, da zunächst nur auf der persönlichen Ebene diskutiert wird und man auf der Sachebene nur in kleinen Schritten dem eigentlichen Ziel näher kommt. Das Wohl der Gemeinschaft (Gesellschaft, Unternehmen, Familie) wird im Iran prinzipiell stets höher bewertet als der individuelle Nutzen. Es ist daher bei Verhandlungen wesentlich, keine persönlichen Vorteile zu versprechen, sondern den Gemeinnutzen zu betonen. In der Produktwerbung hingegen kann der individuelle Nutzen durchaus hervorgehoben werden.
Allgemein gilt, dass Iraner mitunter sehr emotional reagieren. Dies hat zur Folge, dass Geschäftsabschlüsse ohne weiteres von Sympathie und Antipathie abhängig gemacht werden. In Organisationen werden aus diesem Grund viele Entscheidungen auch aus dem Bauch und nicht nur rational getroffen.
Besonders beachtenswerte Punkte: Die islamischen Bekleidungsregeln sind zu respektieren. Alkohol darf in der Öffentlichkeit nicht getrunken werden. Offensichtlich private Kontakte mit Frauen in der Öffentlichkeit sind ausschließlich Ehemännern, Vätern und Brüdern gestattet. Angehörige westlicher Kulturen sollten sich in keinem Fall zu einer Kommentierung des Islam oder der Politik der Regierung hinreißen lassen. Man darf nie ungeduldig werden.Pünktlichkeit ist kein Wert von vorrangiger Wichtigkeit.Eine gute persönliche Beziehung ist von höchster Bedeutung, oft sogar mehr als ein rechtlich lückenloser Vertrag. Lange Zeit wurden etwa Akkreditive als nicht notwendig empfunden, das gegebene Versprechen war verlässlich genug. Verwenden Sie nicht das bei uns übliche o.k-Zeichen, das bedeutet im Iran nämlich nichts Nettes.