Im Zusammenhang mit China und Kultur trifft man unvermeidlich auf den Begriff des „Gesichts“. Man kann durch ein bestimmtes Verhalten, sein Gesicht wahren oder verlieren oder einer anderen Person „Gesicht“ geben oder nehmen. Für das richtige Vorgehen im Umgang mit anderen Menschen hilft der gesunde Menschenverstand. Das Gegenüber soll seinem Status entsprechend behandelt, wenn möglich aufgewertet und nicht vor anderen bloßgestellt werden. Letzteres gilt auch bei berechtigter Kritik oder Rüge durch einen Vorgesetzten, es sei denn man will jemanden bewusst beschämen oder demütigen.
Die Zeiten der Gesprächs- und Handlungstabus sind so gut wie vorbei. Es ist jedoch äußerst ratsam, sich nicht in Diskussionen zu politischen Problembereichen zu ereifern (z. B. Tibet, Taiwan, Menschenrechte). Der ausländische Gesprächspartner wird als Gast angesehen, von welchem erwartet wird, dass er sich an die Usancen im Gastland hält. Um sich gegenseitig kennen zu lernen, sind auch Gespräche über die Familiensituation o. ä. üblich. Gehen Sie nicht unvorbereitet in Geschäftsgespräche, sondern haben Sie Zahlen und Fakten zu Österreich, über Ihre Branche und Ihre Firma parat.
Besonders in den Provinzen außerhalb der Großstädte müssen ausländische Firmenvertreter oft verschiedene "Feuerproben" bestehen (wiederholtes Zuprosten mit hochprozentigem Schnaps oder lokale Speisespezialitäten wie Skorpione, Schlangen etc.), bevor der nächste Schritt in den Verhandlungen gemacht werden kann. Rechtzeitig vorgebrachte Gesundheitsprobleme (Leber-, Magenprobleme) können vor allem für ältere Verhandlungsteilnehmer wohlwollendes Verständnis erreichen und einen Ausweg darstellen.
Der chinesische Geschäftspartner ist in der Regel sehr pünktlich. Er ist oft schon vor Beginn der eigentlichen Terminvereinbarung am Besprechungsort anwesend.