Die Lebensgewohnheiten eines Bulgaren unterscheiden sich kaum von denen eines Mitteleuropäers. Fast das gesamte Kulturleben und insbesondere die gebildeten Gesellschaftsschichten sind an Mitteleuropa orientiert. Die Verhaltensnormen decken sich weitgehend mit denen eines Mitteleuropäers.
Das Alltagsleben ist allerdings angesichts des langwierigen Übergangs von der Plan- und Marktwirtschaft für den Durchschnittsbulgaren äußerst schwierig geworden. Der Unterschied zwischen arm und reich wird zunehmend größer und die Verarmung erfasst immer weitere Bevölkerungskreise.
Die Verhandlungs- und Sitzungskultur unterscheidet sich in gewissem Maße von der österreichischen. So werden Verhandlungen vergleichsweise zeitaufwendig geführt, man kommt nicht sofort zum Wesentlichen. Ein Aufgeben von früher eingenommenen Verhandlungspositionen oder die Änderung einer Argumentation kommen häufig vor. Als Folge der kommunistischen Geheimniskrämerei sind die Bulgaren auch heute noch in geschäftlichen Angelegenheiten mit Informationen sehr zurückhaltend.
In Bulgarien ist das Hierarchiedenken nach wie vor stark ausgeprägt, Entscheidungen trifft fast ausschließlich der Firmenchef.