Die Flamen (2/3 der Bevölkerung) sprechen nicht Flämisch, sondern Niederländisch, dürfen aber keinesfalls mit den Niederländern gleichgesetzt werden. Einen Flamen sollte man nie auf Französisch und einen Wallonen nicht auf Niederländisch ansprechen.
In einem Punkt sind sich Flamen und Wallonen einig: Das Königshaus wird hochgeschätzt und sollte von einem Ausländer keinesfalls kritisiert werden. Wichtig für den Geschäftsmann ist vor allem, dass er die in Belgien herrschende, strikte Sprachtrennung respektiert. Nur die Region Brüssel-Hauptstadt ist zweisprachig (Französisch und Niederländisch).
Politische Diskussionen, die sehr populär sind und sich oft auf den Regionalismus oder den Sprachenstreit beziehen, sollten möglichst vermieden werden, beziehungsweise sollte man äußerst zurückhaltend sein. Hingegen sind Gespräche über Urlaub (bei den Flamen ist Österreich als Urlaubsziel sehr beliebt), historische Verbindungen (Maria-Theresia ist äußerst beliebt) und Sport (neben Radfahren ist auch Fußball in Belgien salonfähig) zu empfehlen.
Essen und Trinken ist ebenfalls ein sehr beliebtes Thema, wobei hier vor allem in der Wallonie eine starke Ausrichtung nach Frankreich gegeben ist. Bei Geschäftseinladungen legt vor allem der Wallone großen Wert auf gutes Essen. Die Einladungen sollten möglichst mittags stattfinden.